Vaterschaft Berlin

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Der Gentest: Ein zuverlässiger DNA Vaterschaftstest

Wie wird die Speichelprobe dafür entnommen?

Untersuchungsergebnis und Vaterschaftstest können nur so zuverlässig sein, wie die Vorbereitung. Die zu untersuchende Person muss mit dem Gentest einverstanden und zweifelsfrei identifiziert sein, auch die Proben müssen eindeutig gekennzeichnet und zuzuordnen sein. Für alle Gutachten werden Ausweise, ggf. Geburtsurkunden dokumentiert, ein aktuelles Foto wird hergestellt und ein Fingerabdruck (linker Daumen) abgenommen. Im neuen Gendiagnostikgesetz wurde die dem Gentest vorangehende Aufklärung der Beteiligten verpflichtend festgelegt. Für außergerichtlich durchgeführte Abstammungstests wurde auch die Einverständniserklärung aller Beteiligten oder ihrer gesetzlichen Vertreter festgelegt.

wattestabchen

Probenmaterial, Speichelprobe

Blutproben und Schleimhautabstriche (Speicheltest) sind gleichermaßen gut geeignet. Blutproben sind mit fachkundiger Hilfe leicht zu entnehmen und beinhalten kaum die Gefahr einer Verunreinigung. In Blutproben zerfällt jedoch die Erbsubstanz ziemlich leicht, insbesondere bei hohen Temperaturen. Der Mundschleimhautabstrich, auch Speichelprobe genannt ist für die heute meist angeforderten DNA Vaterschaftstests das Material der Wahl. Hierfür spricht auch die ärztliche Ethik - es tut nicht weh. Wichtig ist, dass die letzte Mahlzeit mindestens eine Stunde zurückliegt. Die Gefahr von Verunreinigungen durch den Probennehmer lässt sich durch gewissenhafte Schutzmaßnahmen wie die Verwendung von Einmalhandschuhen und Mundschutz vermeiden. Die Proben müssen jedoch durch einen Arzt entnommen werden. Der Watteträger wird ca. 8-10 Mal leicht und rollend an der Innenseite der Wange oder des Zungengrundes gerieben. Am Watteträger bleiben Zellen der Mundschleimhaut hängen, aus deren Erbmaterial der Gentest durchgeführt wird. Es werden drei Proben entnommen, von welchen die zweite dann untersucht wird, wenn KEINE Vaterschaft festgestellt werden kann.

Wie wird der DNA Vaterschaftstest gemacht?

Teil 3: DNA Test durch STR-Untersuchungen

STRs (Short Tandem Repeats) befinden sich an vielen Stellen unseres Erbguts. Die für DNA Vaterschaftstests genutzten STRs besitzen keine biologische Bedeutung und werden voneinander unabhängig vererbt. Um diese im Gentest zu untersuchen, reichen winzigste Spuren von Erbgut aus. Diese Techniken werden auch in der Kriminologie eingesetzt. STR-Merkmalssysteme sind weltweit Standardsysteme für DNA Vaterschaftstests. Zunächst muss das Erbmaterial (DNA, DNS) aus dem Schleimhautabstrich isoliert werden. Zur Verstärkung des Messsignals wird danach eine s.g. Polymerasekettenreaktion (PCR-Reaktion) dem DNA Test vorgeschaltet. Die Analyse der DNA erfolgt danach meist in einem elektrischen Feld in einer Kapillare unter Zuhilfenahme einer Fluoreszenzmarkierung. Am häufigsten werden geschlechtsunabhängige STR- Merkmalssysteme verwendet. Geschlechtsgebundene, d.h. X- chromosomale oder Y- chromosomale werden bei besonderen Fragestellungenuntersucht, häufig bei Geschwistertests.

(Abb.1)
str1

In der Abbildung 1 ist ein Ausschnitt der STR- Analyse geschlechtsgebundener Merkmale dargestellt. STR- Merkmale werden mit Hilfe einer elektrischen Spannung voneinander getrennt. Die untersuchte Person links hat im Merkmalssystem Amelogenin nur das Merkmal X, danach ist sie eine Frau. Die rechte Person besitzt die Merkmale X und Y und ist danach ein Mann.

(Abb.2)
str2

In Abbildung 2 sind drei STR- Systeme dargestellt, D19S433, vWA und TPOX. Die untersuchte Person hat im System D19S433 die Merkmale 14 und 15 und im System vWA die Merkmale 17 und 18 geerbt, mithin zwei Merkmale, je e ines von jedem Elternteil. Diese Konstellation nennt man mischerbig oder heterozygot. Im System TPOX hat die untersuchte Person von beiden Eltern hingegen dasselbe Merkmal, 8, geerbt. Diese Konstellation nennt man reinerbig oder homozygot.

(Abb.3)
str3

Die Merkmale werden nach der Anzahl der Sequenzwiederholungen (Repeats) genannt. Das Merkmal 9.3 im System TH01 in Abbildung 3 besteht aus 9 Repeats und einem 3/4 Repeat dazu. Es liegt dicht links neben dem Merkmal 10, da es etwas kleiner ist.

Unerwartete Ergebnisse

Mitunter kommt es vor, dass in einem Gentest eine erwartete Vaterschaft nicht nachgewiesen werden kann. In diesem Fall sollten alle Gegebenheiten im Zusammenhang mit dem Gutachten genau überprüft werden. Falsch negative Vaterschaftsnachweise kommen immer dann vor, wenn die Proben nicht bei der richtigen Person abgenommen wurden oder wenn gar Probenverwechslungen bei der Entnahme oder im untersuchenden Labor vorkommen. Es empfiehlt sich, darauf zu achten, dass das durchführende Labor über ein gutes Qualitätsmanagement verfügt. Falsch positive Vaterschaftsnachweise kommen in der Praxis nicht vor, sie wären dort denkbar, wo eineiige Zwillinge als Väter in Frage kommen. In geografisch isolierten Gegenden können jedoch mitunter Kulturen gefunden werden, in welchen die ganze Bevölkerung eng familiär verwandt ist, hier ist die Unterscheidung zwischen einzelnen Personen oft sehr schwierig.

Mitunter kommt es vor, dass ein einzelnes Merkmal in veränderter Form an das Kind vererbt wurde. Die Veränderung, eine sog. Mutation ist harmlos, verlangt aber besondere Sorgfalt in der Bewertung, wodurch sich Rückfragen des Gutachters ergeben können.. Mutationen treten bei Männern ca. 10x häufiger als bei Frauen auf.

 

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