Vaterschaft Berlin

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Das Ergebnis des Vaterschaftstests hier erklärt

STR-Merkmale: Etwas zum Verständnis

Das Ergebnis eines DNA Vaterschaftstests anhand von STR-Untersuchungen

STRs (Short Tandem Repeats) befinden sich an vielen Stellen unseres Erbguts. Die für DNA Vaterschaftstests genutzten STRs besitzen keine biologische Bedeutung und werden voneinander unabhängig vererbt. Um diese zu untersuchen, reichen winzigste Spuren von Erbgut aus. Diese Techniken werden auch in der Kriminologie eingesetzt. STR-Merkmalssysteme sind weltweit Standardsysteme für DNA Vaterschaftstests. Zunächst muss das Erbmaterial (DNA, DNS) aus dem Schleimhautabstrich isoliert werden. Zur Verstärkung des Messsignals wird danach eine s.g. Polymerasekettenreaktion (PCR-Reaktion) dem DNA Test vorgeschaltet. Die Analyse der DNA erfolgt danach meist in einem elektrischen Feld in einer Kapillare unter Zuhilfenahme einer Fluoreszenzmarkierung. Am häufigsten werden geschlechtsunabhängige STR- Merkmalssysteme verwendet. Geschlechtsgebundene, d.h. auf dem X- Chromosom oder dem Y- Chromosom befindliche Merkmale werden bei besonderen Fragestellungen untersucht, häufig bei Geschwistertests und selteneren Verwandtschaftsanalysen.

(Abb.1)
str1

In der Abbildung 1 ist ein Ausschnitt der STR- Analyse geschlechtsgebundener Merkmale dargestellt. STR- Merkmale werden mit Hilfe einer elektrischen Spannung voneinander getrennt. Die untersuchte Person links hat im Merkmalssystem Amelogenin nur das Merkmal X, danach ist sie eine Frau. Die rechte Person besitzt die Merkmale X und Y und ist danach ein Mann.

(Abb.2)
str2

In Abbildung 2 sind drei STR- Systeme dargestellt, D19S433, vWA und TPOX. Die untersuchte Person hat im System D19S433 die Merkmale 14 und 15 und im System vWA die Merkmale 17 und 18 geerbt, mithin zwei Merkmale, je e ines von jedem Elternteil. Diese Konstellation nennt man mischerbig oder heterozygot. Im System TPOX hat die untersuchte Person von beiden Eltern hingegen dasselbe Merkmal, 8, geerbt. Diese Konstellation nennt man reinerbig oder homozygot.

(Abb.3)
str3

Die Merkmale werden nach der Anzahl der Sequenzwiederholungen (Repeats) genannt. Das Merkmal 9.3 im Merkmalssystem TH01 in Abbildung 3 besteht aus 9 Repeats und einem 3/4 Repeat dazu. Es liegt dicht links neben dem Merkmal 10, da es etwas kleiner ist.

Die Ergebnisse des Vaterschaftstests werden tabellarisch zusammengefasst. Der Name des STR Merkmalssystems, die Messwerte und die Personenbezeichnungen müssen klar erkennbar sein. Hier ein kleines Beispiel:

STR-Merkmalssystem TH01 D13S317
Kind 10  / 10 12 / 14
Mutter 9.3 / 10 12 / 13
Mann   8  / 10 11 / 14

 

Beginnen wir beim Kind. Im Merkmalssystem TH01 hat es das Merkmal 10 Sequenzwiederholungen von beiden Eltern geerbt. Im Merkmalssystem D13S317 hat es die Merkmale 12 und 14 Sequenzwiederholungen geerbt. Es kann nicht entschieden werden, welches Merkmal von welchem Elternteil stammt.

Die Mutter besitzt im Merkmalssystem TH01 die Merkmale 9.3 und 10 Sequenzwiederholungen. Das letzgenannte Merkmal hat sie offenbar an das Kind vererbt. Da sie im Merkmalssystem D13S317 das beim Kind vorhandene Merkmal 14 Sequenzwiederholungen nicht besitzt, kann sie nur das Merkmal 12 Sequenzwiederholungen vererbt haben. Das Kind hat also das Merkmal 14 Sequenzwiederholungen von seinem Vater geerbt. Genauso hat es ja auch das Merkmal TH01: 10 Sequenzwiederholungen anteilig vom Vater geerbt. Der untersuchte Mann besitzt beide Merkmale. Wenn er in mehr als 3 Merkmalssystemen die Merkmale nicht besitzt, die das Kind von seinem Vater geerbt hat, so ist seine Vaterschaft für das Kind auszuschließen. Weitere Berechnungen sind in der Praxis nicht notwendig. Wenn jedoch weniger als 4 solcher Ausschlusskonstellationen vorliegen, so kann er hingegen der Vater sein. Meist finden sich dann keine Ausschlusskonstellationen. Es wird dann anhand der Häufigkeiten der von ihm an das Kind vererbten Merkmale eine Wahrscheinlichkeit für seine Vaterschaft errechnet. Die Kombination der STR-Merkmale, die ein Mensch besitzt, wird als dessen genetischer Fingerabdruck bezeichnet. Hier finden Sie ein weiteres Beispiel.

Worauf beruhen denn Situationen, in denen nur 1 oder 2 Ausschlusskonstellationen vorliegen?

 

Besonderes Ergebnis des Vaterschaftstests

 

Mitunter kommt es vor, dass ein einzelnes oder zwei Merkmale in veränderter Form von einem der Eltern an das Kind vererbt wurde. Der Vater ist in vielen Merkmalssystemen rund 5 Mal häufiger betroffen als die Mutter. Diese Veränderung, eine sogenannte Mutation ist harmlos, verlangt aber besondere Sorgfalt in der Bewertung, wodurch sich Rückfragen des Gutachters an die Beteiligten ergeben können.

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